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Wettergötter spucken dem RWQ in die Derbysuppe

14. Sept.
3 Min. Lesezeit

Hässliche Jagdszenen auf dem Platz vor den Augen der Fans, Rudelbildung allenthalben, Drohungen und Beleidigungen zwischen den Spielern beider Mannschaften und sogar gegen den Schiedsrichter…! Ausnahmezustand auf dem Mount Queck…! Man hätte meinen können, hier wird ein apokalyptischer Horror-Endzeit-Kinothriller aufgenommen. Dem Mann in schwarz blieb also gar nichts anderes übrig, als nach 22 Minuten den Voreifel-Classico zwischen dem SV Rot-Weiß Queckenberg und dem SV Schwarz-Weiß Merzbach II kompromisslos abzubrechen!

 

NEIN – natürlich nicht!!!! Das abrupte jedoch unvermeidliche Ende der Partie nach bereits 1.320 Spielsekunden war den zürnenden Wettergöttern „zu verdanken“. Seit 14:25 Uhr goss es auf dem Fußballtempelberg wie aus randvoll beladenen Milchlastern. Sämtliche, der wie immer schnurgerade gezogenen Spielfeldbegrenzungen waren bereits im matschigen Morast eingesickert, an eine ordnungsgemäße Spielleitung war nicht im Traum zu denken. Allerdings fühlten sich Leifers Beelzebuben pudelwohl und legten bis zum Abbruch einen wüst-dreckigen Regensamba aufs Fußballparkett. Mit jeder abgelaufenen Spielminute schienen die Queckies noch mehr Gefallen an den eigentlich unwirtlichen Verhältnissen zu haben. Sie spritzten mit den Regentropfen geradezu um die Wette. Dagegen wünschten sich die HaWeiBoyz, dass endlich das nicht vorhandene Stadiondach geschlossen wird und verkrampften sich in eine regelrechte Schockstarre. Fatone hätte einen geruhsamen Nachmittag auf der Sonnenliege mit Sonnenbrille und einen leckeren Cocktail schlürfend zwischen seinen Pfosten genießen können. Aber, wie ja bereits bekannt, machten ihm Thor, Petrus und Jupiter einen knallfetten bzw. pitschepatschenassen Strich durch die Rechnung. Die rot-weißen Linien vor ihm vollführten ein munteres Tänzchen. Dabei veranstalteten sie noch einen Parallel-Wettbewerb; und zwar wessen Grätsche hinterließ die tiefste und längste Furche in der Queckenberger Seenplatte. Dabei brach Wühlbüffel Wendt mühelos sämtliche Rekorde. Daneben ergaunerten sich u.a. Wappenschmidt und Meurer beste Haltungsnoten. Nebenbei versuchte man aber auch Fußball zu spielen, so gut es halt ging bei diesen Endzeit-Bedingungen. Der Sekundenzeiger hatte gerade das zweite Mal das Ziffernblatt umrundet, da hätten die Kerle von der Madbach ein erstes meg fettes Ausrufezeichen in den Queckenberger Ascheschlamm stampfen können. Watty wurde vom adleräugigen Krieger auf Reisen geschickt und flog torgeil ein in den gegnerischen Sechzehner. Geschickt den Körperkontakt suchend holte er bei seinem Kamikazeblindflug einen Elfmeter raus. Doch dem Schützen waren wohl wetterbedingt die Okulare etwas verhagelt, sodass diese Gelegenheit leider ungenutzt blieb.

 

Davon blieben die rot-weißen, die man schon längst die dunkelrot-braunen nennen musste, vollkommen unbeeindruckt. Gierig auf die nächste Einschussmöglichkeit wurde der Gegner in dessen Hälfte eingekesselt. Wie grelle Blitze zuckten die Flanken und die Steilpässe durch den Dauerregen. Unermüdlich liefen die Häscher Zimmer, Schütt und Hocke als auch Defensivkeule Nolden um ihr Leben und trieben das Leder immer wieder in Richtung Feindesland. Hinten errichteten Schaa(r)f und Wendt, unterstützt von Meurer ein unüberwindbares Bollwerk, gegen das der Atlantikwall wie ein kleines Lego-Mäuerchen anmutete. Daran rieben sich die Gäste sowohl nervlich als auch körperlich komplett auf. Von diesem vorderen Rand der Verteidigung rollten beinah im Minutentakt die nächsten Angriffswellen. In der 20. Minute konnte Merzbach einen erneuten Vorstoß noch ebenso zur Ecke klären. Krieger, der seinem Namen heute alle Ehre machte, brachte die Schlammkugel in den Strafraum. Irgendwie plumpste das nasse Spielgerät von da schmatzend raus, direkt (K)Lasse Schütt vors Visier. Mr. Überall nahm das Ding volley und jagte es aus 20 Metern sowohl sehenswert als auch unhaltbar unter den Querbalken. Nun glaubte man, Donnergrollen vom Himmel wahrzunehmen und die Erde scheppern zu hören. Doch es handelte sich nicht um eine weitere Naturgewalt, sondern um den frenetischen RWQ-Mob in der Fankurve, der den Führungstreffer mit gefühlt 150 Dezibel lautstark feierte. 115 Sekunden später bat der exzellente Schiedsrichter, der, stets auf Ballhöhe agierend, immer den Durchblick bewahrte, beide Spielführer zu sich. Während die zermürbten, völlig ideenlos wirkenden Gäste schon lange den Abbruch der Partie herbei bettelten, schwante Leifer, dem Mann mit de Plät, in diesem Moment reichlich Ungemach. Tatsächlich stellte der Unparteiische die eigentlich rein rhetorisch gemeinte Frage, ob man noch weiterspielen solle. Auf der einen Seite hörte man Wackersteine von den Merzbacher Herzen in deren Unterhosen plumpsen. Auf der anderen Seite war natürlich lautes Protestgeschrei zu vernehmen. Nach dem Motto es ist doch nur Wasser und wir sind doch nicht aus Zucker brannten die Queckianer auf die Fortsetzung der Begegnung. Aus neutraler Sicht muss man allerdings eingestehen, dass diese Entscheidung die einzig richtige sein konnte.

 

Wann und wie die Begegnung nun nachgeholt wird (Fortsetzung ab Minute 22 oder vollständige Neuansetzung), stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Sobald DFB, DFL und UEFA die Mutter aller Derbys abermals in ihren ohnehin eng gestrickten Spielplan integriert haben und man sich mit den übertragenden Sendeanstalten geeinigt hat, wird in den einschlägigen Medien darüber informiert.

 

Erste Legion: Fatone – Meurer, Wendt, Schaaf, Wappenschmidt – Krieger, Nolden, Hocke, Schütt, Watty – Zimmer, Eiserne Reserve: Jentsch, Hermanns, Becker, Leifer

 
 
 

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