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Fußball-Herzschmerz am Mount Queck

  • 16. März
  • 4 Min. Lesezeit

Nach den sehr guten doch leider jeweils erfolglosen Auftritten des SV Rot-Weiß Queckenberg in den letzten Wochen hatten sich Leifers Beelzebuben im letzten Heimspiel nicht zu Unrecht einiges ausgerechnet. Mit Hertha Bonn II reiste eine Truppe an, mit der man sich auf Augenhöhe messen konnte. Unvergessen ist dabei die turbulente Achterbahnfahrt des Hinspiels. Als rot-weißes SEK entführte man mit einem spektakulären 7:6 alle drei Punkte von der Kessenicher Straße. Doch die Gäste ließen in der Vorwoche mit einem 1:0 Sieg gegen Altendorf-Ersdorf gehörig aufhorchen. Entsprechend gewarnt war man daher an der Madbach.

 

Der Trainerfuchs überraschte mit einem außergewöhnlichen Schachzug gleich zu Beginn: als Stoßstürmer beginnend, mischte er höchstpersönlich die ersten fünf Minuten als hochtoxischer Giftzwerg den gegnerischen Defensivverbund auf und machte dann Platz für frische Kräfte. Auch alle anderen Queckies wirbelten mit ihm mächtig um die Wette und dadurch enorm viel Staub auf. Vermutlich verloren die Herthaner deshalb nicht nur den Über- sondern auch den Durchblick. Das Tohuwabohu in deren Hintermannschaft nutzte Lasse Schütt in der achten Spielminute eiskalt aus. Einen langen Neff-Abschlag spitzelte D. Schaaf raffiniert in den Lauf des durchgestarteten Mr. Überall. Und der küsste das Leder ganz zart, wie es eben nur ballverliebte können, von der Sechzehnerkante über acht staunende Bonner Augenpaare inklusive Schlussmann hinweg ins Netz. Der 14. Saisontreffer des stürmenden Regisseurs bedeutete gleichzeitig die erstmalige Queckenberger Führung in der Rückrunde. In der Folgezeit ackerten die Einheimischen und wollten mit brachialer Gewalt das Ergebnis ausbauen. Dabei verkrampften sie jedoch zuweilen, und die Gäste fanden leichtfüßig ins Spiel zurück. Der Ausgleich nur zehn Minuten war nicht unverdient. Unbeirrt davon klotzten und ochsten die Kerle von der Madbach weiterhin unerschütterlich. Zwei weitere, hart erarbeitete Halbchancen blieben allerdings buchstäblich im Sande liegen. Als sich die Madbach-Ultras schon auf den Weg zu ihrem Halbzeitbierchen machten, als im Prinzip Freund und Feind mit dem 1:1 gedanklich bereits die Seiten gewechselt hatten, brach es mal wieder derbe über die Queckies herein. Eine einzige Unaufmerksamkeit wurde vom Gegner gnadenlos bestraft. Unmittelbar nach dem 1:2 bat der Referee zum Pausentee.

 

Die Queckenberger verkrafteten den Rückschlag recht gut und kamen kampfesmutig und angriffslustig aus den Katakomben zurück ins Eifeler Fußball-Kolosseum. Die rot-weißen Temperamentsbolzen boten der proppenvollen Arena weiterhin Fußball mit viel Herz, Leidenschaft und voller Inbrunst. Das da auch mal ein Fehlpass dabei war oder ein Zweikampf verloren wurde – über solche Schnitzer wurde von dem dankbaren Anhang aufgrund des heißblütigen Auftretens lächelnd-achselzuckend hinweggesehen. Beide Mannschaften agierten auf einem Level und kreierten nur wenige Chancen. Trotzdem jubelten in der 54. Minute abermals die Bundesstädter nach einem berechtigten und verwandelten Elfmeter. Unmittelbar nach dem Anstoß hatte man den Torschrei schon auf den Lippen, doch leider blieb er genau dort auch stecken. Eine wunderschön und maßgenau von rechts hereingezuckerte Flanke fand Schütt am langen Pfosten, doch anstatt im Netzt landete dessen Volleyabnahme knapp daneben. Danach ging es viel zu schnell für die noch zu weit aufgerückten Queckianer. Bei dem blitzartig ausgeführten, weiten Abschlag sah sich Neff machtlos drei Gästespielern gegenüber, und anstatt 2:3 stand es binnen drei Minuten 1:4. Dieser Gegentreffer goss nur noch mehr Öl in das ohnehin lichterloh brennende Queckenberger Fegefeuer. Man blies weiter zur Attacke und wurde endlich belohnt. Nach Foul an Hocke legte sich Capitano Nehring die Pille zum Freistoß zurecht. Von seinem rechten Vollspann losgelassen beschleunigte die Kirsche in Sekundenbruchteilen von null auf Lichtgeschwindigkeit, um dann unhaltbar unterm linken Lattenkreuz einzuschmatzen. Danach waren offiziell noch neun Minuten auf der Uhr – Zeit genug also, um mit Vollgas weiter sein Glück in der Flucht nach vorn zu suchen.

 

Tatsächlich hatten die Voreifler noch mal Blut geleckt. Man sah jetzt zu Daywalkern mutierte rot-weiße Fußballbiester auf der Jagd nach Frischfleisch, sprich Toren! In dieser glühend heißen Schlussphase schlug das Kämpferherz nicht nur in der Queckenberger Fußballbrust, nein, jetzt brannte es lichterloh in den Seelen der Gastgeber! Man löste die Abwehr auf, warf alles nach vorn und lechzte gierig nach dem Anschlusstreffer. Es wurde geZimmerT, geBeckerT und geJentschT. Es wurde geHockeT und geMeurerT. Als wäre das nicht schon genug, wurde geSchaafT und geSchütteT. Egal, ob Hermanns, Wappenschmidt, Watty oder Nehring – alle Queckies knallten sich schonungslos ins Gefecht. Die Kanoniere von der Madbach luden die Haubitzen und es wurde aus allen Rohren geballert. Nur der Neffster bildete die eiserne Bastion im eigenen Rückraum und zog sich zur Verstärkung abwechselnd eine Keule zur Unterstützung in den eigenen Sechzehner. Meist waren es Breininger oder Leifer, die die weiten und immer schwerer werdenden Wege nach hinten ackerten, um hier defensive Drecksarbeit für ihre aufgerückten Vorderleute zu verrichten. Durch den bedingungslosen Sturmlauf entstanden natürlich Lücken, die der Beschreibung des berühmten Scheunentors nur im Ansatz standhalten konnten. Leider fand man trotz des unermüdlichen Anrennens weder erlaubte noch unerlaubte Mittel oder Wege, um das clever agierende Hertha-Bollwerk zu knacken. Vielmehr fielen die Gäste 120 Sekunden vor Ultimo in das sperrangelweit geöffnete Tor ein wie einst der böse Wolf bei den sieben Geißlein und stellten auf 2:5. Damit waren natürlich alle Messen endgültig gelesen.

 

Am nächsten Wochenende genießen die Queckies einen spielfreien Sonntag. Somit ist etwas mehr Zeit, um die Akkus und die Tanks aufzuladen. Aber auch die Schädel können nun, nach der fünften Niederlage in Folge, mal so richtig freigeblasen werden. Dieses Päuschen könnte sich wie Balsam auf die extrem angeschlagenen Fußballgeister legen und die dringend benötigte Erholung bringen. Schließlich wartet am 29.03.2026 mit TuRa Oberdrees II wohl der fetteste Brummer im Haifisch-Kreisliga-Becken. Zur Primetime um 15:00 Uhr wird der mit vielen Ex-Profis gespickte haushohe Aufstiegsfavorit erwartet. Vielleicht gelingt dann ja auf dem Mount Queck ein Fußballwunder.

 

Erste Legion: Neff – Meurer, Becker, Nehring, Wappenschmidt – Watty, Breininger, Jentsch, Schütt, Hocke – Leifer

Verstärkung: Zimmer, Hermanns, D. Schaaf

 
 
 

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