Die Kobra beißt wieder

Es sind eben immer wieder diese Derbys, die unserem ach so geliebten Fußballspiel eine ganz besondere Würze verleihen. Wenn dann der SV Rot-Weiß Queckenberg zum SC Rheinbach ins Städtchen reist, dann knistert es erst recht in der Luft. Schließlich will man in diesen Duellen den Städtern nur allzu gern den oft beschworenen Rheembacher Wönk aus den Segeln nehmen, auch wenn „nur“ eine Partie gegen die dritte Vertretung auf dem Spielplan steht.

Dabei erwies sich Dirk Döring als pfiffiger Scharfmacher, blies er doch mit Viererkette hinten und Doppelspeerspitze vorn dem SC kräftig Schnupftabak in die Nase und setzte voll auf Offensive. So kam es nicht von ungefähr, dass sich die Kerle von der Madbach bedeutend mehr Spielanteile eroberten und den Kasten der Gastgeber recht bald unter Dauerbeschuss legten. Zwar begnügte man sich meist mit unansehnlichem Malocherfußball. Jedoch hatten alle Queckies, so wie es sich für ein Derby gehört, das Kämpferherz am richtigen Fleck und arbeiteten vorbildlich gegen Ball und Gegenspieler. So verbrachte Feuerkopf P. Watty einen recht geruhsamen Arbeitstag zwischen den Pfosten, während seinem Gegenüber recht bald die Handschuhe qualmten. Als ein missglücktes Tackling der Einheimischen im eigenen Sechzehner deutlich hörbar krachend Sturmtank Ring dahinraffte, legte sich Cipera das Leder auf dem ominösen Punkt zurecht. Blieb der SC-Keeper zunächst Sieger im Duell eins gegen eins, verwertete der Jungspund den Nachschuss unhaltbar zur verdienten Gästeführung (22.). Weiterhin überzog die zähflüssige rot-weiße Lava das Kunstrasengeläuf und umarmte die Glasstädter bereits an deren Strafraum, so dass Sonntagsausflüge der Gastgeber über die Mittellinie absoluten Seltenheitswert hatten, zumindest vorerst…. Nachdem man auf diese Weise, zwar etwas unansehnlich dafür jedoch äußerst effizient, die totale Spielkontrolle übernommen hatte, stellte die Queckenberger Offensive in den letzten 500 Sekunden auf Trommelfeuer. Im Minutentakt flogen nun die Kanonenkugeln der SC-Defensive um die Ohren. Allein das beruhigende 0:2 wollte einfach nicht gelingen.

Den Schwung nahmen die Döring-Bures-Buben unverständlicherweise nicht mit in den zweiten Abschnitt. Da obendrein nun auch die Präzision und die Konzentration flöten gingen, half man dem bereits scheintot am Boden liegenden Rivalen wieder auf die Beine. Zum Glück für die Gäste war dieser jedoch in seinen fußballerischen Mitteln arg eingeschränkt, so dass der behäbige RWQ die ihm gestellten Rätsel doch recht aufwandsarm lösen konnte und weiterhin alles im Griff zu haben schien. Mit der Hereinnahme von Leifer wurde die etwas brachliegende Abteilung Attacke endlich spürbar belebt. Und in der 72. Minute blitzte dann sogar ein Hauch von Ästhetik auf: ein 40-Meter-Traumpass von Cipera fand Ring an der gegnerischen Grundlinie, der vernaschte gleich mal drei Abwehrstangen und nestelte das Bällchen auf Schmitz, welcher sich aus Nahdistanz auch nicht lange bitten ließ. Wer nun glaubte, der rot-weiße Drops wäre endgültig gelutscht, sah sich jedoch auf dem Holzweg. Da die Gastgeber nun aufmachten, ergaben sich zwar Räume, teilweise doppelt so groß wie das Saarland, und Gelegenheiten für 3 Spiele. Doch die Queckies brachten das Kunststück fertig, sogar dreimal den verwaisten Kasten nicht zu treffen. Stattdessen belohnte sich der SC für seine große Moral mit einem feinen Schlenzer aus 20 Metern zum Anschlusstreffer (81.). Nun begann das große Zittern. Hüben versemmelten einmal mehr Bures, Schmitz, Leifer, Ring und Uygur teilweise tausendprozentige Dinger, und drüben kratzte Coskun kurz vor Ultimo die Pille von der Linie, die P. Watty schließlich in seinen Pranken begrub. Als sich nach diesem schauderhaften Moment die Herzfrequenzen wieder runter takteten, spitzelte Bures ein letztes Mal die Kirsche in den Lauf von Ring. Nachdem der Altmeister an diesem Tage schon mehrfach seinen ersten Saisontreffer hätte erzielen müssen, bewies die Kobra endlich ihren gewohnt giftigen Biss und überlupfte aus 20 Metern den heraus geeilten Schlussmann zum Erlösung verheißenden 3:1 (92.).

Nach diesem extrem hartleibigen Abnutzungskampf brauchten die Queckies etwas, um sich über den soeben eingefahrenen zweiten Auswärtssieg doch noch freuen zu können. Schließlich bleibt man somit weiterhin ohne Verlustpunkt in der noch recht jungen Saison. Diesen Erfolg veredelte RWQ-Chef Kolvenbach, der frohe Kunde aus Buschhoven brachte, wo die Müllersburschen der RWQ-Reserve ein mehr als achtbares 2:2 erkämpften. Am nächsten Fußballsonntag empfängt die Zweite um 12:30 Uhr die ambitionierte Truppe von Rot Weiß Dünstekoven II. Ab 15:00 Uhr darf endlich auch die Erste auf dem Mount Queck ran gegen die Wundertüte Alemannia Adendorf.

Zu guter Letzt bedankt sich die Queckenberger Fußballabteilung bei den Verantwortlichen des SC Rheinbach für die unkomplizierte Freigabe des Stürmers Mo Gümüs. Denn so stellt man sich Fairplay unter benachbarten Vereinen vor, trotz aller sportlicher Konkurrenz!

Erste Garde: P. Watty – Wappenschmidt, Uygur, Döring, Cipera – Schmitz, Bures, Klemm, Erol – A. Watty, Ring

Verstärkung: Leifer, Coskun Eiserne Reserve: Claßen, Rücker, Jörger

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