top of page

Rot-weiße Outlaws auf der letzten Rille

7. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Sept.

Zum Saisonauftakt reisten Leifers Beelzebuben mit gemischten Gefühlen in die Fremde. Das lag an gleich mehreren Gründen, die nicht unbedingt für den SV Rot-Weiß Queckenberg sprachen. Da war die extrem akribisch, mit viele Liebe zum Detail und äußerst wertvoll durchdachte Saisonvorbereitung, die trotz hervorragender Planung leider nur bedingt von den Madbachelfen angenommen und umgesetzt wurde. Des Weiteren wartete mit dem SC Altendorf-Ersdorf III jene spielgewandte und gewitzte Bruder-Lustig-Truppe, die seit 5 Jahren immer wieder auf den Aufstieg verzichtete und somit auch in dieser Spielzeit zu den absolut fetten Brocken im Kreisliga D-Geschäft gehört. Nicht zu guter Letzt war der Blick auf die Ersatzbank beider Mannschaften einfach nur ernüchternd: so mussten die Reservespieler der Einheimischen Reise nach Jerusalem spielen, um noch einen freien Platz zu ergattern. Dagegen war bei den Gästen außer dem Trainer selbst gähnende Leere zu verzeichnen.


Doch in dem explosiven Leifer brodelte es vor dem Anpfiff mächtig gewaltig und er machte auch an diesem verdammten Sonntag seinem Ruf als Motivationsmonster einmal mehr alle Ehre. Mit der Einschwörung auf ein schonungsloses Abwehrgemetzel impfte er seine Truppe mit einem hochprozentigen Drogen-Cocktail. Er peitschte seine Kerle von der Madbach in diese scheinbar aussichtslose Schlacht und spie reichlich glühende Lava unter sein Volk. So zog das letzte Aufgebot mit wehenden Fahnen, mit stampfenden Herzen und mit pulsierenden Adern auf das Feld der Ehre. Die ersten Abschlüsse verbuchte freilich der Gastgeber. Doch mit Fatone hatten die Queckies einen wahren Satansbraten zwischen den Pfosten. Selbst die unlösbarsten Aufgaben lächelte er mit stoischer Ruhe regelrecht weg und erwies sich mit kometenhaften Reflexen als renitent-biestige Spaßbremse mit Extrasternchen für die Einheimischen. Den ersten kleinen Riesen für die hauptsächlich mit defensiver Drecksarbeit voll beschäftigten Gäste hatte der quirlige Zimmer auf dem Schlappen, doch blieb ihm ein Geniestreich aus halbrechter Position ebenso verwehrt wie dem RWQ-Mob der Jubelschrei. Mit einem Doppelschlag sorgte Al-Ersch dann für klare Verhältnisse (13./17.). Doch David steckte im Kampf gegen Goliath keinen Deut zurück. Die Voreifel-Outlaws gefielen immer wieder mit raffiniert vorgetragenen Kontern, sei es durch lange Zuckerpässe in die Spitze oder durch listige Doppelpässe oder mystisch-magische Dreieckskombinationen mit Ball. So fand man immer wieder Nolden oder (K)Lasse Schütt. Wie Himmelhunde sickerten die beiden scheinbar unsichtbar ins Feindesland ein, um dort für Rambazamba zu sorgen. Und tatsächlich hatte Mr. Überall die wohl größte Chance beider Mannschaften in Durchgang eins. Watty schnibbelte den Ball sehenswert in dessen Lauf. Der fiel in den Sechzehner ein und musste eigentlich „nur noch“ einschieben. Doch man konnte von außen regelrecht fühlen, welches Kopfkino ihm da einen ganz fetten Strich durch die Rechnung machte, so dass er die Kirsche dem dankbaren Schlussmann zum pflücken bereitlegte. Eine weitere gute Gelegenheit ergab sich für Wendt, doch auch diese blieb ungenutzt. Ansonsten notierte man eine optische Überlegenheit des SC. Doch bis auf ein hörbar schepperndes, vom Lattenkreuz zurückprallendes Nahgeschoss hielten sich die brenzligen Situationen in überschaubaren Grenzen. Das lag nicht zuletzt an einer bärenstarken Vorstellung der Abwehrschurken sowie an Fatone, der in seinen Fäustlingen magische Ballanziehungskräfte eingewebt haben musste. Dank des großen Kampfgeists und der disziplinierten Grundordnung der Queckianer blieb man zur Halbzeit auf Tuchfühlung mit dem Favoriten.


Im zweiten Durchgang verflachte das Spielgeschehen etwas. Die weiterhin spielerisch überlegenen Hausherren verdoppelten binnen neun Minuten ihren Vorsprung (51./60.). Dabei versprühten sie nur wenig Glanz und Gloria, mussten sie allerdings auch nicht. Nun war zwar der Drops gelutscht. Aber für den Underdog ging es um Schadensbegrenzung und vielleicht doch noch das eine, definitiv nicht unverdiente Ehrentörchen, um hier mit erhobenem Haupt vom Platz gehen zu können. Und dafür warfen sie noch 5 Schippen beste Voreifelkohlen in das lodernde rot-weiße Fußballfegefeuer. Doch ab der 65. Minute zollte man dem bis dahin bedingungslos geführten Abnutzungskampf mächtig Tribut. Während die Gastgeber immer wieder frisches Blut aus dem nicht versiegenden Ersatzspielerjungbrunnen ins Spiel warfen, robbte sich der RWQ mehr und mehr auf dem Zahnfleisch über den Platz. Das tat er jedoch mit voller Inbrunst und enormer Leidensfähigkeit, so wie einst Rocky Balboa. Ca. 600 Sekunden vor dem Abpfiff des tadellosen Schiedsrichters, Julien Cramer, war es wiederum Schütt, der ein wenig Ergebniskosmetik hätte betreiben können. Diesmal löste er sich mit geschickter Lichtgeschwindigkeits-Pirouette von seinem Schatten, um dann pfeilschnell gen SC-Tor durchzustarten. Doch der clevere Hund hob sich die Bude wohl für das Derby am kommenden Sonntag auf. Einmal jubelte allerdings doch noch die Gästekurve. Nach unstrittiger Elfmeterentscheidung gegen den RWQ verlängerte sich Fatones rechtes Bein, wie es lediglich Inspektor Gadget konnte, und spitzelte das Leder noch von der Linie. Danach waren abermals Kampfgeist, Moral und unendlich große Leidenschaft die größten rot-weißen Trümpfe. Bis zum Abpfiff wurde dem Gegner kein Quadratmillimeter kampflos überlassen. Hocke und Jentsch geilten sich auf zu absoluten Vorzeigesechsern. Meurer, der an diesem Morgen eigentlich die Sonnenbrille nicht hätte ablegen dürfen, mutierte zum Speedking in den Laufduellen mit seinen Kontrahenten und hatte zur Not immer noch eine kleine aber erfolgreiche Grätsche im Gepäck. Watty war einmal mehr das sympathische Fußball-Dreckschwein vor dem Herrn. Während die Pferdelungen Zimmer und Becker noch genug Power für eine 90-minütige Verlängerung hatten, fuhren Schaa(r)f und die in Ehren ergrauten Fußballopis Nolden und Wendt wirklich auf der allerletzten Rille mit komplett runtergewirtschafteten Slicks über die Ziellinie.


Auch wenn das Ergebnis mit 4:0 eindeutig und verdient für die Gastgeber ausfiel, war der Voreifelvulkan Leifer mit seiner Truppe absolut im reinen! Bei der bereits geschilderten Ausgangslage muss man diese Niederlage trotzdem als Erfolg verbuchen. Nur der hochverdiente und auch einige Male in der Luft liegende Ehrentreffer war den Fußballoutlaws nicht vergönnt. Nach diesem verwegenen Auftritt blicken die Queckies voller Vorfreude auf das anstehende Derby mit den HaWeiBoyz des SV Schwarz-Weiß Merzbach II. Der Kreisliga-Classico wird am 13.09.2026 zur besten Sendezeit um 15:00 Uhr auf dem Mount Queck angepfiffen. Besser kann man eine Saison zu Hause gar nicht beginnen!


Erste Legion: Fatone – Meurer, Wendt, Schaaf, Becker – Zimmer, Jentsch, Hocke, Schütt, Watty – Nolden

Verstärkung: Leifer

 
 
 

Kommentare


Aktuelle Einträge
Archiv
Folgen Sie uns!
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square
bottom of page