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Dieser verdammte Mount Queck – hier brennt das Herz des Fußballs

  • 4. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Mai

Am 03.05.2026 drohte ab ca. 14:00 Uhr rund um Rheinbach das Straßen- und Wegenetz nahezu vollständig zu kollabieren. Alle Verbindungen in Richtung Mount Queck japsten erheblich aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens, das Verkehrsleitsystem wurde komplett abgeschaltet. Der Grund dafür lag natürlich auf der Hand, schließlich empfing der SV Rot-Weiß Queckenberg ab 15:00 Uhr den Erzfeind Schwarz-Weiß Merzbach. Wer braucht schon Hochglanzfußball mit hoffnungslos überbezahlten Profis in einer sterilen Multifunktionsarena ohne Seele, wenn quasi vor der Haustür die Mutter aller Derbys tobt, wenn man Kreisligatitanen zum Anfassen erleben, wenn man den Geruch von Männerschweiß einatmen und nach dem Spiel mit seinen Idolen noch ein Bierchen trinken kann.

 

Der Tabellendritte aus dem „verbotenen Dorf“ machte sofort Alarm, wollte unter Volldampf den Fußballtempelberg erobern. Doch Leifers Beelzebuben hatten ebenfalls direkt nach Anpfiff Betriebstemperatur erreicht, die sich bei ungefähr 180 Grad einpegelte, und verrichteten defensive Schwerstarbeit. Für den ersten Zungenschnalzer auf den zum Bersten gefüllten Traversen sorgten nach 300 Sekunden aber die Einheimischen, als Fußballopi Chris Jentsch keinen Geringeren als Steve B. mit einem Beini düpierte. Die optische Überlegenheit der Gäste führte zwangsläufig zu einigen Torchancen. Aber entweder rauschte Meurer in die Parade oder spitzelte Leifer die Kugel weg oder spuckte Nehring dem Stürmer mit voller Inbrunst in dessen Süppchen. Was von der Abwehr nicht entschärft wurde, fand im Neffster seinen Meister, dessen Pranken wie Blitze aufzuckten, um schlimmeres zu verhindern. Lediglich in der 12. Minute fand der Gast eine winzige Lücke und markierte das 0:1. Auf der Gegenseite wurde es immer dann gefährlich, wenn Speedy Wappenschmidt ausschwärmte oder Schütt hinter seinen Namen als Mr. Überall ein fettes rot-weißes Ausrufezeichen setzte. Auch Kleefuß tränkte bei seinem Debüt das RWQ-Trikot mit reichlich Blut und Schweiß. Leider fehlte bei den wenigen Chancen immer die eine Zehenspitze, Brustwarze, Locke oder die berühmte Hand Gottes, um die Flugbahn der Kirsche entscheidend und schlussendlich zielbringend zu beeinflussen. So blieben Watty, Schütt und Becker ohne Fortune. Letzterer griff dabei besonders tief und sehenswert in die Trickkiste. Einmal mehr glänzte er als weißer Brasilianer mit einem Galaauftritt: zunächst verna(r)schte er zwei Gästespieler auf der rechten Außenfurche, um dann, mit dem Leder eng am Fuß, sich um die eigene Achse zwirbelnd, nach innen zu ziehen und aus ca. 18,49 Metern einen Strahl gen SWM-Kasten zu pflastern, der den linken Außenpfosten hörbar schnurrend rasierte. Die knappe Halbzeitführung war aufgrund der Spielanteile verdient, ließ aber die Kerle von der Madbach weiterhin von den ersten Punkten in der Rückrunde träumen.

 

In den zweiten 45 Minuten sahen die gefühlt 120 Augenpaare den RWQ noch etwas geordneter und zudem frecher nach vorn agieren, wodurch die Merzbacher etwas von ihrer Überlegenheit aus Durchgang eins einbüßten. Zudem steigerte sich der Voreifel-Gattuso immer mehr hinein in seine Rolle als biestiger Sonderbewacher von „Maschine“ Bures. Er stand dem Regisseur der Gäste mächtig auf den Füßen und hätte ihm wahrscheinlich auch noch auf dem Donnerbalken das Klopapier geklaut. Dadurch wurde der Spielfluss entscheidend gestört. Trotzdem schien innerhalb von 13 Minuten eine Vorentscheidung gefallen, als Merzbach auf 3:0 erhöhte (52./65.). Doch der Mann mit de Plät trieb seine Queckianer nochmal mächtig an. Mittlerweile bliesen Hermanns, Rückkehrer Nücken und wieder einmal das Madbach-Phantom mächtig frischen Wind, wenn nicht sogar Sturm in die Queckenberger Fußballsegel. Noch konnte man mit drei Treffern ein Pünktchen ergaunern. Für dieses Ziel lohnte es sich, wirklich alle Reserven zu mobilisieren, obwohl oder vielleicht auch gerade weil man die letzten 666 Sekunden nur noch zu zehnt auf dem Platz stand. Hocke spulte jetzt Kilometer ab, als ob er für den olympischen Marathon trainieren müsste. Schütt schleppte unermüdlich Bälle Richtung Feindesland, wo u.a. Becker, Watty, Nücken und das Phantom auf Raubtierfütterung warteten. Hinten grätschten Breininger, Hermanns und Meurer um ihr Leben und sammelten Rievkooche wie einst Billie the Kid oder Jesse James Kerben an ihren Revolvern. Am eindrucksvollsten gelang dies allerdings Wappenschmidt, der in den Schlussminuten mit einem Monster-Tackling der einschussbereiten Königskobra Martin Ring doch noch den Giftzahn ausriss. Schließlich belohnten sich die Madbach-Rambos mit dem hoch verdienten Ehrentreffer, und das auf galaktisch-eindrucksvolle Weise. In der 90. Spielminute sah Jentsch das Phantom in der Beckerfurche fliegen und schickte es auf Reisen. Dies bewies Übersicht, kitzelte das Leder in den Lauf von (K)Lasse Schütt. Der nahm die Pille von rechts aus fast spitzem Winkel volley und schweißte sie halbhoch neben dem linken Pfosten in die Maschen, gleichbedeutend mit seinem 17. Saisontreffer. Für das kämpferisch absolut imponierende Spektakel gab es von den Rängen stehende Ovationen und nicht enden wollende, lautstarke Jubelarien. Mit einer Gänsehautstimmung wie einst im Kolosseum des Römischen Reichs ist der Mount Queck nicht nur der lebende, sondern auch der bebende Beweis: hier brennt das Herz des Fußballs!!! Übrigens spendierte Steve B. in der dritten Halbzeit eine Runde Hopfenkaltschalen für den Beini. Auch das zeichnet einen Fußballer mit starkem Charakter aus.

 

Ein megafettes Dankeschön geht unbedingt in die Kombüse. Hier verrichteten Chefsmutje Clemens und seine beiden fabulösen Grillhexen Lisa und Anna-Lena über 120 Minuten Schwerstarbeit! Im Minutentakt wurden Currywurst und Pommes wie von Geisterhand gezaubert. Damit machte die Küchentroika der berühmten Ochsenbraterei des Münchner Oktoberfests mehr als nur Konkurrenz.

 

Die nächste Station führt den RWQ nach Bonn an den Alten Heerweg. Anstoß bei Rot-Weiß Lessenich III ist bereits am 07.05. um 19:30 Uhr.

 

Erste Legion: Neff – Meurer, Leifer, Nehring, Wappenschmidt – Becker, Jentsch, Breininger, Schütt, Hocke – Kleefuß

Verstärkung: Watty, Phantom, Hermanns, Nücken; Eiserne Reserve: D. Schaaf

 
 
 

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