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Das Orakel vom Mount Queck hatte recht

  • Daniel Kunze
  • 17. März
  • 4 Min. Lesezeit

In der 53. Minute kam der verletzte Dominic Schaaf an das Verkaufsfenster der Cuisine de la Mount Queck, um sich neue Nervennahrung in Form einer wohl temperierten Hopfenkaltschale zu holen. Dabei orakelte der Kenner der lokalen Fußballszene „…hier geht heute noch was…!“ Doch was war bis dahin passiert:


Der SV Rot-Weiß Queckenberg empfing mit Rot-Weiß Lessenich III nicht nur den Tabellenzweiten, sondern auch die Torfabrik der Gruppe 3. Sage und schreibe 4,7 Buden pro Partie bedeuten eine außergewöhnliche Offensivkraft der Gäste. Doch schon im Hinspiel spuckte man dem Favoriten ordentlich in dessen Boullion und entführte seinerzeit hochverdient einen Punkt. Mit genau derselben Einstellung schmissen sich die Queckies direkt nach Anpfiff in das Spezialkommando Heimsieg. Die spielerischen und technischen Vorteile der Gegner walzten und mähten die Einheimischen mit ihrem großen Kämpferherz nieder. Man versteckte sich auch nicht in seinem Schneckenhaus, sondern verlegte den vorderen Rand der Verteidigung 20 Meter vor den eigenen Sechzehner. Immer wieder suchte man sein Heil in bedingungsloser Offensive und erarbeitete sich viele Einschussmöglichkeiten. Natürlich hatte auch die formidable Abteilung Attacke der Westbonner so manche Chance, aber Nücken hielt seinen Kasten sauber. Doch in der 25. Minute ging es für den blonden Riesen zwischen den RWQ-Pfosten verletzungsbedingt nicht mehr weiter. Da auch Claßen derzeit das Krankenbett hütet, schüttelte Trainerfuchs und Fußballgott Uygur noch ein ganz tief verstecktes As aus dem Ärmel: Dominik Jablonski fand tatsächlich ein Torwarttrikot in seiner Größe und war fortan der neue Chef im Kasten der Madbachelfen. Dabei hat der gelernte Defensivallrounder selbst erst vor ein paar Tagen das Lazarett verlassen! Kurz nach seiner Einwechslung musste er die Kugel aus dem Netz holen, war bei dem satten Schuss aus dem Hinterhalt allerdings genau so machtlos wie eine trockene Kehle im Brauhaus. Nur 180 Sekunden später tauchte er katzenartig nach rechts ab, wischte die Pille noch neben den Pfosten zur Ecke. Damit hielt er nicht nur seine Farben im Spiel, sondern strapazierte das ohnehin schon angefressene Nervenkostüm der erfolgsverwöhnten Lessenicher mächtig gewaltig. Einmal mehr durfte man die penetrant zupackende und von extrem viel Laufbereitschaft und Willenskraft geprägte Spielweise der Gastgeber bewundern. Klemm war der Staubsauger in der Defensive. Nehring, Meurer und Oppermann gefielen als Bluthunde unter der gnadenlosen Fuchtel von Uygur. Dadurch kam der vermeintliche Gäste-Wundersturm kaum zur Entfaltung. Erol und Wappenschmidt bohrten als gefährliche, ultrascharfe Flügelzange immer wieder tiefe Löcher in die anfällige Defensive und servierten zumeist Schütt und Arenz die Kirsche zur Vollendung. Leider belohnten sich die Quekies nicht für ihren wild-couragierten Fußballrausch, noch nicht…!


Kurz nachdem das souverän und umsichtig agierende Schiedsrichterurgestein Jovo Bodiroza die Partie wieder angepfiffen hatte, bewies Schaaf, wie schon anfangs erwähnt, dass er dieses Spiel gaaaaaaaaanz genau gelesen hatte. Die Uygur-Streitmacht spie jetzt richtig Feuer und hüllte den Fußballtempelberg ein in ein loderndes Flammenmeer. Auch Becker geilte sich in allerhöchste Fußballekstase, so dass nun alle Kerle von der Madbach wie auf einem Vulkan gen Heimsieg galoppierten. Zunächst war es Schütt, dem Capitano höchstpersönlich, vorbehalten, mit seinem achten Saisontreffer den Torschrei auf die Lippen der Fans zu zaubern. Das Echo hallte weit über die Dorfangergrenzen hinaus. „Flankengeber“ war wieder einmal Klemm mit einem seiner gefürchteten Schleudereinwürfe. Mr. Überall legte sich das Bällchen mit seinem Goldköpfchen noch einmal auf die rechte Schläfe, um dann unnachahmlich über den Gästetorwart hinweg einzuschädeln (58.). Jetzt waren die Siegesgeister endgültig zum Leben erweckt. In den Kapillargefäßen aller Queckenberger wurde das Blut in Lichtgeschwindigkeit durchgepulst. Und genau mit diesem Höllentempo wollte man jetzt den Mount Queck in Schutt und Asche legen und den Tabellenzweiten in seine Einzelteile zerlegen. Weiterhin gab es gute Abschlussmöglichkeiten, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Dass sich dieser fahrlässige Umgang vorn hinten nicht rächen sollte, lag an einem Mann: Dominik Jablonski! Im Stile des legendären Toni Turek lag er quer in der Luft, wie einst Harald Schumacher faustete er hohe Flankenbälle weg. Allein durch seine bloße Anwesenheit und Ausstrahlung fraß er seine Gegner förmlich auf, wie es ein Oliver Kahn nicht besser hätte machen können. Siebzehn Minuten vor Ultimo krönte schließlich Jan Arenz die bombastische und geschlossene Mannschaftsleistung mit einem fulminanten Strahl aus 16 Metern ins lange rechte Torwarteck. Dem vorausgegangen war ein herrlicher Bilderbuchdoppelpass mit Wappenschmidt. Während sich Jablonski in den letzten knapp 20 Minuten zum absoluten Volkshelden adelte, ließen vorn u. a. Becker, Klemm, Arenz, Meurer und der eingewechselte Schmitz gute Gelegenheiten liegen, um den berühmten Deckel drauf zu machen. Aufgrund dieses irren Walzers auf der Rasierklinge taumelten die beiden Grillhexen Clemens und Daniel messerscharf am Rande eines Herzkaspers.


Nach dem Abpfiff wurden zunächst blutdruckhemmende Mittel in Form von 0,33 Liter-Hopfenampullen personengebunden zugeteilt, um negativen Begleiterscheinungen möglichst vorzubeugen. Die Kerle von der Madbach widmeten den hoch verdienten Dreier ihrem verletzten Schlussmann, Nücken, in der Hoffnung, dass er bald wieder auf den Beinen ist. Das nächste Fußballabenteuer führt den RWQ nach Godesberg, wo man am 23.03. ab 15:00 Uhr beim GFV II zu Gast ist.


Erste Legion: Nücken – Meurer, Oppermann, Uygur, Nehring, Becker –Wappenschmidt, Klemm, Arenz, Erol – Schütt


Verstärkung: Jablonski, Schmitz Eiserne Reserve: Zimmer, Hocke, da Silva Teixeira

 
 
 

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