Wie einst Wyrzykowsky
- Daniel Kunze
- 15. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Der letzte Auswärtstrip des SV Rot-Weiß Queckenberg zum SV Niederbachem III weckte Erinnerungen an ein wahres Torspektakel aus der letzten Saison. Mit 6:5 fuhr man als ganz knapp Unterlegener zurück auf den Mount Queck. Auch wenn es diesmal nicht ganz so spektakulär enden sollte, gab es trotzdem am dritten Advent Tore satt zu bestaunen.
Die Gastgeber übernahmen sofort das Heft des Handelns, während sich Leifers Beelzebuben zunächst hinten etwas einigelten, um aus dieser sicheren Deckung dann mit giftigen Kontern der gegnerischen Defensive mächtig und gefährlich auf die Eier zu gehen. In der siebten Minute hieß es dann für die Gästekurve erstmals „fertigmachen zum Jubeln“! Watty hatte den durchstartenden Schütt blendend in Szene gesetzt, und der veredelte die Vorlage eiskalt zur Führung. Dadurch wurden die Aktionen der Einheimischen zwar noch etwas bissiger aber auch hektischer. Je heftiger sie wüteten, desto trockener und abgewichster agierten die Kerle von der Madbach. Niederbachem hatte zwar eindeutig mehr Ballbesitz, konnte diesen Vorteil jedoch nicht gewinnbringend nutzen. Vielmehr waren es die rot-weißen, die geschmacklos auf 2:0 erhöhten. Leifer höchstpersönlich servierte die Pille auf den rechts durchgebrochenen Watty. Der nahm das Spielgerät elegant mit, fiel in den Strafraum ein und versenkte das Teil gnadenlos im langen linken Eck. Da waren gerade mal 16 Minuten von der Uhr genommen. Mit dieser beruhigenden Führung zog man sich jetzt komplett zurück und überließ den Hausherren größtenteils die Spielgestaltung. Vielleicht war man in dieser Phase dann doch etwas zu passiv. Jedenfalls näherte sich Niederbachem nun doch etwas gefährlicher dem Neff-Gehäuse. In der 36. Minute musste der Queckenberger Schlussmann tatsächlich hinter sich greifen. Bei einem brachialen Ferngeschoss riss er noch geistesgegenwärtig die rechte Pranke nach oben und lenkte die Kugel an die Latte. Doch bei dem anschließenden Abstaubertor war er machtlos. Mit dem viel zitierten Portiönchen Glück des Tüchtigen wurde die knappe Führung in die Halbzeitpause gebracht.
In Hälfte zwei bot sich beinah das gleiche Bild. Niederbachem versuchte mit Gewalt, den Ausgleich zu erzwingen. Dabei ließ man allerdings die nötige Präzision vermissen. Der RWQ sah sich das alles gemütlich an und lauerte wie ein Raubtier darauf, seine Beute zu zerfleischen, sprich die Entscheidung zu erzielen. In der 74. Minute glaubte man tatsächlich, jetzt sei der Siegesdrops gelutscht. „Kniepser“ Knieps schickte Schütt, wen auch sonst, auf Reisen und Mr. Überall erhöhte auf 3:1. Doch der Torjubel war nicht ganz verhallt, da verkürzte Niederbachem keine 60 Sekunden später abermals. In den nächsten drei Minuten konnten sich die Queckianer bei ihrem Schlussmann bedanken, der mit einer Monsterparade und einem „Iron Fist“-Reflex die Führung festhielt. Zunächst tauchte er katzenartig nach links unten weg und wischte die Pille noch um den Pfosten. Den Ball hatten nicht wenige schon drin gesehen. Kurz darauf flatterte ein Ball gaaaaaaanz tückisch gen Neff-Gehäuse. Doch der mittlerweile zum Neffster mutierte Torwarttitan drosch mit der rechten Faust das Leder über das Lattenkreuz, so wie Bud Spencer in seinen besten Tagen den Schurken und Bösewichten das Fell gerbte. Nach diesem vergebenen Doppelpack zündete wieder die rot-weiße Konterrakete, die nur durch Foul kurz vor dem Sechzehner unsanft und regelwidrig aufgehalten werden konnte. Nun legte sich Nehring die Kugel zum Freistoß parat. Er korrigierte noch ein bisschen die Stellschrauben der Feinjustierung, um dann einen Strahl mit Überschallgeschwindigkeit an die Latte zu pflastern. Schütt erahnte als erster die Szenerie, knallte sich mit ordentlich Krawumms in den Fünfer und landete gemeinsam mit der zurückschmatzenden Pille im Niederbachemer Tor zur totalen Queckenberger Glückseligkeit (79.). Mehr Siegeswille, mehr Geilheit auf Tore, mehr Testosteron geht einfach nicht! Wer den RWQ in den letzten 14 Jahren begleitet hat, fühlte sich bei diesem Treffer zurückversetzt ins Jahr 2013. Da gelang Cyril Wyrzykowsky am 17.04. ebenfalls nach einem Freistoßkracher an die Latte fast das gleiche Tor, damals zum viel umjubelten 3:3 gegen SC Altendorf-Ersdorf II in der 96. Spielminute. Mit diesem brachial erzwungenen Treffer war auch der letzte Widerstand der Hausherren gebrochen, der Rest war pure Queckenberger Freude.
Mit diesem Sieg in Niederbachem beendete der RWQ eine seit 26 Jahren anhaltende Durststrecke. Immerhin datiert der letzte Dreier an der Austraße aus dem Jahr 1999. Schütt schmiedete seinen ersten Dreierpack. Andre Watty hat in der ersten Halbserie schon genauso viele Treffer auf seinem Konto, wie in den letzten drei Jahren zusammen! Insgesamt spielen die Queckies ihre beste Hinrunde seit vier Jahren. Mit 19 Punkten belegen die Kerle von der Madbach einen mehr als respektablen siebten Tabellenplatz. Wenn man bedenkt, dass es im Sommer ernsthafte Überlegungen gab, gar keine Mannschaft zu melden, ist diese Platzierung zur Winterpause ein riesengroßer Erfolg und kann gar nicht hoch genug gelobt werden. Der Dank gilt hier zum einen dem Madbachvulkan Dave Leifer und seiner rechten Hand Pascal Fatone. Nicht zuletzt muss man aber jeden einzelnen der Madbachelfen als absolute Gallionsfigur des Kreisligafußballs adeln, von A wie Armbruster bis Z wie Zimmer.
Der SV Rot-Weiß Queckenberg bedankt sich bei all seinen treuen Fans, bei all seinen Gönnern und Sponsoren. Hier sei ausdrücklich Tobias Bäcker genannt! Wir wünschen euch allen ein Frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2026 vor allem Gesundheit und (hoffentlich endlich) Frieden! MIT UNS – FÜR EUCH! VIVA RWQ – FÜR IMMER!
Erste Legion: Neff – Meurer, Nehring, Knieps, Wappenschmidt – Watty, Leifer, Jentsch, Schütt, Hocke – Zimmer
Verstärkung: Armbruster, Hermanns, Jablonski Eiserne Reserve: Breininger




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